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Der sogenannte „Network attached Storage“, kurz NAS, kann für eine Menge Aufgaben genutzt werden. So ist es beispielsweise möglich, den Speicher, der vom NAS zur Verfügung gestellt wird, in ein Backup-System einzubinden. Im Gegensatz zum DAS (Direct attached Storage) hat ein NAS wesentliche Vorteile, kann ein Disk-Array kontrollieren und um spezielle Software erweitert werden.

Disk-Array gegen Datenverlust

Als Disk-Array bezeichnet man den Verbund mehrerer Festplatten, die durch die Art des 
Zusammenschlusses und ihr Verhalten bestimmte Aufgaben übernehmen können. Das nennt man „Redundant Array of Independent Disks“ oder kurz: RAID. Die meisten NAS-Systeme haben einen RAID-Controller eingebaut, der die Steuerung der Festplatten übernehmen kann. Je nach Anzahl der Festplatten lassen 
sich verschiedene RAID-Konfigurationen erreichen:

– Für RAID 1 werden mindestens zwei identische Festplatten benötigt. Alle vorhandenen Daten werden eins zu eins gespiegelt (Redundanz), sodass bei einem Ausfall von einer Festplatte keine Daten verloren gehen. Nur wenn alle Festplatten im Verbund beschädigt sind, geht der komplette Datensatz verloren. Alle Festplatten zu spiegeln, geht allerdings bei großen Datenmengen auf Kosten der Leistung, Backup-Vorgänge werden bei entsprechender Größe sehr langsam.

– Eine oft genutzte Alternative ist RAID 5. Wird hierfür ein Verbund aus mindestens fünf
 Festplatten genutzt, gibt es selbst beim Ausfall von zwei Festplatten keine Datenverluste. Darüber hinaus erhält man durch das Block-Level Striping den Geschwindigkeitsvorteil von RAID 0, weil Lese- und Schreibvorgänge parallel durchgeführt werden.
- RAID 6 ist eine Weiterentwicklung von RAID 5 und braucht mindestens fünf Festplatten. Die Ausfallsicherheit ist gleich hoch, jedoch können Lesevorgänge noch schneller ausgeführt werden. Auch hier können zwei Festplatten zu gleicher Zeit ausfallen, ohne Datenverluste zu verursachen.

Betrachtet man die reine Ausfallsicherheit, kommt auch ein RAID 0+5 oder ein RAID 1+0 infrage. Solche exotischen Arrays sind aufgrund ihrer Komplexität aber eine Belastung für den Controller. Stimmt die Leistung nicht, wird das System langsam und die Zeit für ein Backup verlängert sich.

Die richtige Software: Wie das NAS den Anwender unterstützt

Theoretisch könnte man mit einfachen Windows-Bordmitteln ein Abbild (.iso) seiner Festplatte 
erstellen, dieses auf ein USB-Laufwerk speichern und als Backup nutzen. In der Praxis kann ein
 solcher Vorgang aber mehrere Stunden in Anspruch nehmen, in denen der PC gar nicht oder kaum genutzt werden kann. Selbst mit dedizierten Programmen kann ein wirklich komfortabler Zustand mit entsprechender Automatisierung nicht erreicht werden. Dies ist bei NAS-Systemen anders. Sie können, 
da es sich um echte Computer handelt, mithilfe von Applikationen so erweitert und konfiguriert werden, dass Backup-Vorgänge nicht nur automatisch, sondern komplett außerhalb der Nutzungszeit des Anwenders ausgeführt werden.

Die dafür nötige Software wird von vielen Herstellern, beispielsweise Synology oder QNAP, 
kostenlos zur Verfügung gestellt. Unabhängige Entwickler wie EaseUS bieten ebenfalls solche Applikationen an, die sich direkt auf NAS-Systemen installieren lassen. Abgesehen vom Interface ist
 die generelle Bedienung dabei mehr oder weniger gleich: Konfiguriert werden müssen nach der Einrichtung des RAID-Verbundes lediglich ein paar Parameter: Welche Dateien sollen gesichert werden (einzelne Dateien, Ordner, ganze Festplatten), wie oft und zu welchem Zeitpunkt soll die Sicherung durchgeführt werden? Zudem ist es notwendig, die Festplatten entsprechend des gewählten Betriebssystems zu formatieren. Windows nutzt FAT32 (veraltet) oder NTFS, Linux kommt mit EXT 2 und EXT 3 sehr gut klar und Mac braucht HFS+ oder APFS. Auch hierfür gibt es bei den meisten NAS-Systemen entweder installierbare Apps oder bereits eingebaute Funktionen.

Datensicherung per Cloud - Ist das sinnvoll?

Ob Google Drive, Dropbox, die Amazon Cloud oder OneDrive – die Anbieter von Cloud-Diensten betonen immer wieder, wie sinnvoll die Nutzung des „Internetspeichers“ für ein Backup ist. Das Interesse
 haben auch die Hersteller von NAS-Systemen erkannt und ihre Produkte deswegen für einen Datenaustausch zwischen Cloud und Netzwerk fit gemacht. Mit Programmen wie Cloud Server Station, die sogar mehrere Cloud-Dienste gleichzeitig ansteuern können, ist es Nutzern möglich, auf dem NAS-System gespeicherte Dateien direkt an die Cloud zu schicken. Falls gewünscht kann das sogar bei jedem Dateivorgang geschehen. Das Ganze ist sehr komfortabel und hat durchaus Vorteile, denn sollte tatsächlich einmal ein Totalausfall das System betreffen, können die Datensätze über das 
Internet einfach erneut heruntergeladen werden. Aber es gibt auch Nachteile, die nicht außer Acht gelassen werden sollten:

– Keine Cloud ist wirklich sicher vor Angreifern und unter Umständen können sensible Daten in die Hände Unbefugter gelangen.

– Man muss dem Anbieter des Cloud-Speichers uneingeschränkt vertrauen, da trotz Verschlüsselung Daten ausgelesen werden könnten.

– Die Datensicherung per Cloud verursacht hohen Traffic, der die Internetleitung belasten kann.

Datensicherung per NAS: Das Wichtigste auf einen Blick

Wenn Sie ein NAS für die Datensicherung nutzen wollen, sollten Sie darauf achten, dass es sich um 
ein erweiterbares Standalone-System handelt. Zudem muss das Gerät eine der empfohlenen RAID-Konfigurationen unterstützen. Die entsprechenden Programme unterscheiden sich nur marginal und cloud-fähig sind mittlerweile fast alle Geräte, sodass es
 hierbei keine wesentlichen Präferenzen gibt. Nicht zu knapp bemessen sollten Sie aber den Prozessor und den RAM-Speicher. Vor allem für komplexe Dateivorgänge sollten mindestens 2 GB Arbeitsspeicher und ein Dual-Core, besser sogar ein Quad-Core vorhanden sein.

Welche NAS-Systeme eignen sich für Backups?

Es gibt sehr viele Produkte auf dem Markt, die sich für ein solches Vorhaben eignen, aber auch genauso viele, die eher ungünstig sind. Den Überblick zu behalten fällt schwer, deswegen zeigen wir Ihnen anhand einiger Beispiele, worauf Sie achten sollten. Eine gute Übersicht finden Sie zudem auf  folgender Seite: https://nasserver-test.de/home/nas-server-als-backup-loesung/

 

Der QNAP TS-251 ist ein typisches Einsteigergerät und bietet Platz für zwei oder vier Festplatten,
 die im RAID-Verbund arbeiten. Das Produkt ist ein Allrounder und hat neben Backup-Funktionen beispielsweise auch Videokodierung und Virtualisierung an Bord. Dank der Nutzung von Linux und dem starken Intel Quad-Core ist das System aber beliebig erweiterbar und deswegen für viele Aufgaben geeignet.

Die Synology Disk Station ist eine ganze Serie verschiedener NAS-Systeme, die sich hauptsächlich durch die Anzahl der Festplattenslots, RAM-Speicher und Prozessorleistung unterscheiden. Die Produkte reichen von Einsteiger bis Mittelklasse. Wie beim System von QNAP ist es auch hier möglich, eigene Anwendungen und Zusatzpakete vom Hersteller zu installieren, das NAS also seinem eigenen Gusto anzupassen. Ein Dateiverwaltungssystem wie der DiskStation Manager, der auch Backup-Aufgaben übernehmen kann, ist bereits „out of the Box“ vorinstalliert und eignet sich deswegen hervorragend für Anfänger.

Western Digital schickt seine „My Cloud“ ins Rennen. Abgesehen vom werbewirksamen Namen bietet das Gerät bis zu fünf Festplattenslots, wodurch RAID 5 und RAID 1+0 möglich wird. Auch hier
 unterscheiden sich die Systeme durch Prozessorleistung und RAM-Speicher, sind aber im Allgemeinen gut gerüstet auch für komplexe Dateivorgänge wie Videodekodierung oder Medien-Streaming. Die Datensicherung steht hier zunächst nicht im Vordergrund, mithilfe spezieller Apps lässt sich das System aber beliebig konfigurieren und effizient zur Datensicherung nutzen.

Ein kurzes Fazit

Sie sehen also die Auswahl an Geräten ist groß. Der Prozess des Backups ist aber bei allen NAS Geräten ähnlich. Verbinden Sie das Gerät mit dem Netzwerk. Richten Sie auf dem Netzwerkspeicher eine Freigabe für Backups ein. Dann können Sie diese Freigabe am PC einbinden und beliebig Daten darauf kopieren bzw. sichern. Oder Sie überlassen diese Aufgabe den Systemeigenen Backupanwendungen. Der Freigabe kann wie eine externe Festplatte genutzt werden, mit dem Vorteil, dass diese immer verfügbar ist, da über das Netzwerk eingebunden. Somit läuft das Sichern wichtiger Dokumente und Dateien automatisch im Hintergrund, und bewahrt Sie vor bösen Überraschung im Falle eines Festplattendefektes oder PC Fehlers.

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